Erneut Unwetter über Göttingen

(kbm) Der Unwettertag am Sonnabend, 29.09.2007, begann für die Feuerwehr Elliehausen gegen 08:50 Uhr – die Leitstelle informierte telefonisch den Ortsbrandmeister Christian Kaufmann, dass der Kanaleinlauf des Baches an der Esebecker Straße, Abzweig Unterm Hoppenberge unterhalb der „Dicken Linde“ zu verstopfen drohe.

Mit vier telefonisch alarmierten Kameraden besetzt fuhr gegen 09:00 Uhr das LF10/6 der Ortsfeuerwehr zur Einsatzstelle.

Ein Kamerad in Wathosen stieg in den deutlich angeschwollenen Bach und löste Zweige, Laub aus dem Schutzgitter, das den Einlauf des auf einer Länge von mehreren hundert Metern unterirdisch verlaufenden Baches gegen Hereinschwemmen von Treibgut schützen soll. Zur Überraschung der Einsatzkräfte befand sich im Schutzgitter auch ein Pflasterstein.

Nachdem der Kanaleinlauf wieder freigelegt war, wurde der Bach stromaufwärts begangen, um die untertunnelten Grundstückseinfahrten auf Verstopfungen zu überprüfen.

Da hier keine Feststellungen gemacht wurden, fuhren die Ortsfeuerwehr den unterirdischen Bachlauf bis zum Wiederauftauchen in Höhe des Blookweges ab, doch auch hier war nichts Besonderes feststellbar, so dass der Einsatz gegen 09:45 Uhr erfolgreich beendet konnten.

 

Allzulange Ruhe war den Einsatzkräften der FF Elliehausen jedoch nicht vergönnt. Fast genau um 12:30 Uhr löste die Leitstelle die Meldeempfänger der Ortswehr mit der Durchsage „Hier Florian Göttingen mit Einsatz für die Ortsfeuerwehr Elliehausen, Königsallee. Einsatz Ortsfeuerwehr Elliehausen!“.

Mittagessen, Mittagsruhe oder sonstige Pläne waren damit dahin – wenige Minuten nach der Alarmierung fuhren sechs Einsatzkräften unter Leitung von Ortsbrandmeister Christian Kaufmann mit dem LF10/6 zunächst eine Pizzeria an – nicht zum Essen allerdings, sondern um einen rund 30 Zentimeter unter Wasser stehenden Keller leerzupumpen. Glück im Unglück für die Pizzeria – in dem Keller wurden nur Kartonagen und Prospekte gelagert, so dass der Betrieb der Pizzeria ungestört weitergehen konnte.

Nach dem notdürftigen Abdichten eines Kanaleinlaufes, aus dem das Wasser in den Keller drückte, konnte dieser mittels Tauchpumpe und Wassersauger trockengelegt werden. Zum Abschied gab es von der Pizzeria noch eine runde, dampfende Stärkung für die Einsatzmannschaft, für die wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchten.

 

Auch die fünfköpfige Besatzung des LF8 war nicht untätig – im Gegenteil. Die fünf Kameraden unter Leitung von Oberlöschmeister Uwe Kraus wurden zum Katastrophenschutzzentrum am Hagenweg beordert, um dort in stundenlanger Handarbeit die an vielen Einsatzstellen dringend erwarteten Sandsäcke zu füllen.

 

Der nächste Einsatz führte das LF10/6 in eine direkt an der Leine gelegene Siedlung, in den Nelkenwinkel– auch hier standen viele, genauer gesagt: alle Keller etwa 15 Zentimeter unter Wasser. Schon auf den ersten Blick war abzusehen, dass der Einsatz der Pumpen hier nichts bringen würde – der Wasserpegel im Keller entsprach dem in der überlasteten Kanalisation. Ein dennoch unternommener Pumpversuch brachte das erwartete Ergebnis – sobald Wasser abgepumpt wurde, strömte dieses durch den Bodenkanal wieder nach.

In der Folge wurde alle Keller des betroffenen Straßenzuges begangen, da weitere Gefährdungen für Menschen und Umwelt – etwa durch im Wasser stehende elektrische Geräte oder umweltbelastende Produkte – nicht auszuschließen waren.

Aufmerksame Nachbar boten den Einsatzkräften heißen Kaffee an, um die nach dem langen Einsatz in Nieselregen und Kälte klammen Finger wieder aufzuwärmen – auch hierfür nochmals einen herzlichen Dank der Einsatzkräfte.

 

Der nächste Einsatz führte in die Klinkerfuestraße, wo ebenfalls ein Keller unter Wasser stand

Nachdem die Tauchpumpe die ersten Minuten gearbeitet hatte, zeigte sich, wo das Wasser herkam – von einem Regenwasserablauf an der Außentreppe.

Nach ersten provisorischen Eindämmversuchen mittels Holzbrettern und Putzlappen lieferte der Dekon-P des Gefahrstoffzuges der FF Göttingen ein gutes Dutzend Sandsäcke, mit denen die Kellertür soweit abgedichtet werden konnte, dass die mittlerweile in den eigentlichen Keller verlegte Tauchpumpe sowie der Wassersauger langsam, aber sicher Erfolg zeigten.

 

Lange nach 19:00 Uhr konnte das LF10/6 dann endlich die Hauptwache der Berufsfeuerwehr anfahren, um die erste „offizielle“ Pause einzunehmen und die vom Versorgungszug des ASB servierte Gulaschsuppe genießen zu können.

Da sich gegen Abend die Lage beruhigt hatte, lautet nach der Aufwärmpause auf der Feuerwache der nächste Befehl „Feuerwehrhaus Elliehausen anfahren!“

 Die zwölfköpfige Besatzung beider Fahrzeuge blieb dort noch eine kurze Zeit in Bereitschaft, bis das endgültige Einsatzende bekannt gegeben wurde und die Kräfte gegen 20:30 – acht Stunden nach Einsatzbeginn – nach Hause entlassen wurden.

Weitere Infos und Fotos zu den Einsätzen finden sie unter www.kfv-goe.de

                                   

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