Gefahrstoffaustritt mit verletzter Person

(kb) Am 14. Juli wurde die Ortsfeuerwehr mit dem Stichwort „Gewerbebrand klein, vermisste Person am Tanklager“ auf das Gelände der Sartorius Stedim Biotech alarmiert.

Wenige Minuten nach der Alarmierung traf das LF 10/6 an der Einsatzstelle ein, dicht gefolgt vom RW2. Die Erkundung des Einsatzleiters ergab, dass es im Tanklager für brennbare Flüssigkeiten zu einer Leckage gekommen war und ein Mitarbeiter bewusstlos in der Tankwanne lag. Die Kanaleinläufe im Bereich des Tanklagers waren bereits durch Mitarbeiter des Unternehmens mittel vorgehaltener Abdichtungen gegen etwaiges Eindringen von Gefahrstoffen oder Löschwasser geschützt.

Während der erste Angriffstrupp zur Menschenrettung vorging, traf die ebenfalls mitalarmierte Ortsfeuerwehr Esebeck mit dem TroTLF16 an der Einsatzstelle ein.

Weitere Kräfte der Ortsfeuerwehr Elliehausen bereiteten die Rettung des Verletzten aus der tiefer liegenden Tankwanne über Steckleitern und die Schleifkorbtrage des RW vor.

Zeitgleich baute die OF Esebeck eine Wasserversorgung von einem Hydranten auf dem Werksgelände auf, um im Falle eines Brandausbruchs einen Löschangriff starten und das nördlich angrenzende Gebäude schützen zu können.

Die Elliehäuser Kameraden bauten von einem anderen Hydranten her ebenfalls eine Wasserversorgung auf, um im Bedarfsfall einen Löschangriff von der Ostseite des Objektes her vornehmen zu können.

Zwischenzeitlich war der austretende Stoff – Isopropanol – mittels der vor Ort befindlichen Datenblätter identifiziert worden.

Nach der Rettung aus der Tankwanne wurde der Verletzte in die stabile Seitenlage gebracht und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch die Feuerwehr betreut.

Ein Atemschutztrupp der OF Esebeck ging anschließend erneut in die Tankwanne vor, um die Leckage weiter zu erkunden. Durch Wartungsarbeiten war es zu einer Leckage an einem Flansch gekommen, die provisorisch durch die Einsatzkräfte abgedichtet wurde.

Die von den im Tanklager vorgehenden Trupps genutzten Geräte und Schutzkleidungen wurden zur Vermeidung von Kontaminationsverschleppung an einem zentralen Platz auf einer Plane abgelegt.

Bereits während der Erkundung war klar geworden, dass es sich nicht um einen Realeinsatz handelte.
Mitglieder der Ortsfeuerwehr Elliehausen hatten zusammen mit Verantwortlichen des Unternehmens eine Alarmübung vorbereitet, die einerseits der realitätsnahen Ausbildung der Einsatzkräfte und andererseits der Überprüfung der Sicherheitskonzepte des Unternehmens dienen sollte.

Das Sicherheitskonzept des Unternehmens hat sich als wirksam und effizient erweisen. In der Abschlussbesprechung zwischen den Verantwortlichen des Unternehmens und den Führungskräften und Beobachtern der Feuerwehr wurden lediglich kleine Optimierungsmöglichkeiten gefunden.

Wir danken der Sartorius Stedim Biotech GmbH und den teilnehmenden Mitarbeitern herzlich, dass sie diese Übung ermöglicht haben!